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Am Dienstag, den 12. Juni, besuchte der Bundestagsabgeordnete unseres Wahlkreises, Herr Falko Mohrs, das Gymnasium am Bötschenberg, um sich den Fragen der interessierten Schülerinnen und Schüler des zehnten Jahrgangs zu stellen.

Wie wollen wir in Europa leben? Welche europäischen Themen sind für uns und unseren Alltag wichtig? Diese Fragen stellten sich 102 Schüler und Schülerinnen beim europäischen Jugendforum im Landtag in Hannover. Neben 27 Schülern/innen des Gymnasiums am Bötschenberg nahmen Schüler von fünf weiteren Schulen aus dem Netzwerk Europaschulen an der Veranstaltung teil, die im Interimsplenarsaal in Hannover stattfand.

Eröffnet wurde das Jugendforum durch Landtagsvizepräsident Frank Oesterhelweg (CDU), der deutlich machte, aus welchen ganz persönlichen Gründen Europa für ihn wichtig ist. Anschließend ging es in die Ausschussarbeit. Die drei Parlamentsausschüsse „Handel“, „Umwelt“ und „Ernährung“ erarbeiteten insgesamt sechs Beschlussvorlagen, die sie dem Plenum zur Diskussion und Abstimmung vorlegten.

Berichterstatter aus jedem Ausschuss (u.a. Lasse Gehrmann, Hannes von Cramer und Robin Gerloff) stellten die Gesetzesvorlagen vor und begründeten diese. Anschließend wurde diskutiert und abgestimmt. Dabei ging es unter anderem um die Verstärkung des lokalen Handels, Ernährung als Pflichtfach im Unterricht, um die Vermeidung von Plastikabfällen und um die Legalisierung von Cannabis. Online-Abstimmungen per Smartphone im Vorfeld der einzelnen Beratungen („Wert trennt seinen Müll?“, „Wer hat schon einmal gekifft?“) ermöglichten die schnelle Visualisierung von persönlichem Verhalten und lockerten den Ablauf der Debatte auf.

Alle Beschlussvorlagen, die die Ausschüsse erarbeitet hatten, wurden vom Jugendforum angenommen. Im Anschluss daran hatten die Schüler/innen Gelegenheit, mit den Europaabgeordneten Gesine Meissner (FDP/ALDE), Tiemo Wölken (SPD) und den Landtagsabgeordneten Miriam Staudte (Die Grünen) und Frank Oesterhelweg (CDU) über ihre Vorstellungen zur Weiterentwicklung Europas zu sprechen. Dabei wurde deutlich, dass die ambitionierten Vorschläge der Schüler/innen von den Politikern begrüßt und sehr ernst genommen wurden. Es wurde aber auch deutlich, dass die politische Umsetzbarkeit nicht immer so einfach ist („Der Teufel steckt im Detail.“) und dass bei jedem Vorschlag gesetzliche Rahmenbedingungen zu beachten sind.

Ein Presseteam der Jugendpresse Deutschland hat weitere interessante Berichte zur Veranstaltung verfasst und diese in einem Blog veröffentlicht:

https://politikorange.de/thema/EPjugendforum

Der Bundestagsabgeordnete Falko Mohrs steht Frage und Antwort auf die Fragen von den Schülern des Gymnasiums am Bötschenberg

Am Freitag, den 04.05.2018, war der Bundestagsabgeordnete Falko Mohrs, aus dem Wahlkreis Wolfsburg-Helmstedt, am Gymnasium am Bötschenberg zu einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Europatages zu Gast. Dabei haben die Schülerinnen und Schüler des 10. und 11. Jahrgangs mit Herrn Mohrs über die Themen Sozial-, Bildungs-, Umwelt, Innen- und Außenpolitik sowie Europapolitik diskutiert.

Nachdem sich Falko Mohrs kurz vorgestellt hatte, wurde die Diskussion von Merle Gask und Niklas Tilg moderiert. Besonderes Interesse zeigten die Schülerinnen und Schüler an den Vor- und Nachteilen zur Rückkehr zum Abitur nach 13 Schuljahren. Falko Mohrs erklärte dazu, dass mit der Rückkehr den Schülerinteressen Rechnung getragen wurde und sie dadurch insgesamt weniger Stress und mehr Freizeit haben sollten, um auch außerschulischen Interessen nachgehen zu können.

Eine weitere Frage im Bereich der Bildungspolitik war, wie man körperlich, geistig und psychisch eingeschränkte Menschen auf „normale Schulen“ integrieren kann und welche Maßnahmen ergriffen werden können, um dieses Ziel zu erreichen. Herr Mohrs führte dazu aus, dass die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden müssten, beziehungsweise ausgebildetes Personal zur Unterstützung sowie genügend Geld, was dafür erforderlich sei, bereitgestellt werden müsse. Hierzu verlangte  er auch die Aufhebung des Kooperationsverbots. Somit soll durch die Bundesregierung 11 Milliarden Euro für die Modernisierung und den Ausbau von Schulen zur Verfügung gestellt werden. Er wies auch darauf hin, dass dieses Geld nicht reichen werde.

Eine Frage, die zum Thema Sozialpolitik gestellt wurde, war, wie gegen die Kinderarmut vorgegangen werden kann. Herr Mohrs antwortete, dass das Kindergeld erhöht, Kindergartenplätze kostenlos und die Preise für Mittagessen in den Schulen gesenkt beziehungsweise übernommen werden müssten, sodass jeder den Zugang zu kostenloser Bildung habe.

Ein weiteres Thema, welches angesprochen wurde, ist die Digitalisierung in Deutschland und zwar besonders der Mobilfunk und schnelles Internet in kleinen Dörfern. Herr Mohrs antwortete dazu, dass es LTE bis Ende 2019 in Deutschland flächendeckend geben soll und außerdem würde es eine App geben, wo man Funklöcher melden kann, um diese später zu beheben. Auch Glasfaserleitungen sollen bis 2019/2020 in Deutschland ausgebaut werden.

Im Bereich der Umweltpolitik waren für die Schülerinnen und Schüler besonders der Umgang mit dem Dieselskandal und die Reaktion der großen Koalition von Interesse. Hierzu verwies Herr Mohrs auf die bereits von der Koalition umgesetzte Unterstützung und Förderung der Elektromobilität, welche aber insgesamt auch noch intensiviert werden müsse.

Zu der Frage nach der Qualität der Ausstattung der Bundeswehr antwortete Herr Mohrs ganz klar, dass diese unzureichend sei und unbedingt verbessert werden sollte. Was die Flüchtlingsfrage  betrifft, ist Falko Mohrs der Meinung, dass es keine Obergrenze geben soll und das aktuelle Asylrechtsystem bestehen bleiben soll. Eine Überforderung unseres Sozialsystems durch die Flüchtlinge  könnte er bisher nicht erkennen. Die Herausforderung für die Zukunft  wird darin bestehen, so schnell wie möglich die neuen Migranten in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Wenn dies gelingen wird, wird es keine zusätzliche Belastung für die Gesellschaft werden. Dabei ist er optimistisch, da es auch prima mit den Italienern und anderen Nationalitäten nach dem Krieg z.B. in Wolfsburg geklappt habe.

 

Die Zukunft Europas bereitet im Angesicht von Flüchtlingskrise, Brexit und national-autoritären Tendenzen in vielen Mitgliedsstaaten der EU offensichtlich nicht nur Politikern Kopfzerbrechen. Auch viele Schülerinnen und Schüler machen sich darüber Gedanken, wie es mit Europa weitergehen soll. Denn die europäische Integration oder der Zerfall derselben hat unmittelbaren Einfluss auf die persönliche Lebensgestaltung vieler Jugendlicher.

Am letzten Dienstag wurden daher 170 ausgewählte Schüler aus niedersächsischen Europaschulen, darunter 10 Schüler und Schülerinnen der 11. Klassen des GaBö, zu einer Podiumsdiskussion ins Sparkassen-Forum nach Hannover eingeladen, um über die Herausforderungen und die Zukunft Europas zu diskutieren. Konkreter Anlass der Veranstaltung war die Unterzeichnung der Römischen Verträge vor 60 Jahren.

Prominente Gäste, mit denen die Schüler diskutierten, waren der Niedersächsischen Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Professorin Dr. Ulrike Guérot (Leiterin der Abteilung für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau-Universität Krems in Österreich).

Im Mittelpunkt der Gespräche standen die Sorgen, Fragen, Vorstellungen und Hoffnungen der Schüler und Schülerinnen zur Zukunft Europas. Wird es – trotz aller gegenwärtigen Probleme – doch noch ein föderales Europa bzw. eine europäische Republik geben oder entwickelt sich ein Europa à la carte mit mehreren Geschwindigkeiten, ein Europa der Nationen.

Um aktiv an der Diskussion teilzunehmen, konnten die Schüler auch über eine App auf ihrem Smartphone Fragen und Meinungen einbringen. Meinungsbilder konnten so digital ermittelt und auf eine Leinwand projiziert werden.

In der Eröffnungsrede sprach Ministerpräsident Weil über seine persönlichen Erfahrungen mit Europa und erwähnte in diesem Zusammenhang auch die Grenze in Helmstedt. Guérot fasste noch einmal die wichtigsten Schritte der letzten 30 Jahre, vom Maastricht-Vertrag bis zur Eurozone zusammen, die das heutige Europa geprägt haben.

Aus den Fragen der Schüler kristallisierten sich besonders die Themen Brexit, der potentielle Frexit, die politische Entwicklung in der Türkei sowie die Flüchtlingspolitik heraus. Guérot erläuterte detailreich und mit anschaulichen Beispielen die objektiven Gründe des aktuellen Misstrauens und der Enttäuschungen gegenüber Europa.

Beide Gastredner räumten ein, dass Europa Fehler begangen habe.

Deutschland sei jedoch der größte Gewinner der Eurozone.

Ministerpräsident Weil hob hervor, dass ein Frexit für ihn das Ende der EU bedeuten würde, aber er zeigte sich optimistisch, denn die Franzosen seien überzeugte Europäer. Auch die Frage eines GaBö-Schülers, welche Auswirkungen der Brexit für Niedersachsen habe, wurde ausführlich erörtert.

Auf die Frage, ob die aktuelle Politik der Türkei eine Gefahr für die EU sei, lieferte Guérot eine facettenreiche Analyse über die schwierigen Beziehungen zwischen Europa und der Türkei und kam zu dem Schluss, dass die EU sich von der Türkei abgängig gemacht habe. Guérot stellte auch schonungslos die Lage der Flüchtlinge dar: „Es warten 10 Millionen Menschen auf gepackten Koffern in Nordafrika auf die Reise nach Europa“. Europa müsse seine Entwicklungshilfe in der Dritten Welt massiv erhöhen.

Am Ende der Veranstaltung betonte Ministerpräsident Weil die Notwendigkeit enger zusammenzuwachsen, nach der Erweiterungsphase der vergangenen Jahre sei nun die Phase der Konsolidierung für Europa gekommen.

Auch Guérot endete mit einem ein Plädoyer für die repräsentative Demokratie in Europa und mit dem Motto: ein Markt – eine Demokratie – ein Europa!

„Insgesamt war die Veranstaltung hochinteressant, aber wir hätten gerne noch öfter aktiv an der Diskussion teilgenommen“, bilanzierten die Schüler des GaBö.

Im Rahmen einer Feierstunde wurden Herrn Prof. Dr.Carl Hahn und Herrn Hans-Otto Kieschke Urkunden zu ihrer Ehrenmitgliedschaft im Verein GaBö Campus International e.V. überreicht.

Der Präsident Wilnis Tracums würdigte in seiner Laudatio das Wirken beider Persönlichkeiten als herausragenden Einsatz zur Völkerverständigung. „Ohne diese beiden großartigen Bürger wäre das zukunftsweisende Projekt mit den chinesischen Schülerinnen und Schülern am Gymnasium am Bötschenberg im Mai diesen Jahres beendet gewesen.“ Für die anwesenden chinesischen Schüler bedankte sich Ruan Zenong mit einer kurzen Ansprache. Der Schulleiter des Gymnasiums, Herr Friedrich Jungenkrüger, wies auf die positive Entwicklung der Schülerinnen und Schüler nach dem Umzug in das „Haus Weimar“ in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gymnasium hin.

Wilnis Tracums

Das Gymnasium am Bötschenberg möchte mit anderen Schulen in Europa aus Frankreich, Großbritannien und Spanien strategische Partnerschaften eingehen.
Ein zu diesem Zweck gestellter Erasmus+ Antrag der Schule war erfolgreich und wurde, trotz einer sehr strengen Auswahl, Ende September von der EU bewilligt. Damit wird das Projekt von der EU-Kommission bezuschusst und kann ab jetzt umgesetzt werden.
Der Titel des Projektes ist „Auf dem Weg“ und das Hauptziel ist es, die Schüler auf dem Weg in die europäische Arbeitswelt vorzubereiten. Das bedeutet eine Verbesserung der kommunikativen Sprachkompetenz, der IT-Kompetenzen und der rhetorischen Fähigkeiten. Ein Praktikum im Ausland ist dazu unbedingt notwendig, insbesondere für Schüler aus sozial schwachen Milieus, deren Eltern solche Aufenthalte im Ausland nicht finanzieren können. Die Einrichtung einer Internetplattform wird das Hauptinstrument für den Kommunikationsaustausch der Schüler untereinander sein. Die beteiligten Schüler werden während des gesamten Projekts Texte, Informationen, Bewerbungen und Daten auszutauschen.
Sie erwerben in mehreren Phasen Bewerbungs- und Sprachtechniken, rhetorischen Kompetenzen und Methoden zur Bewältigung von Stresssituationen.
Dank der erworbenen Kompetenzen sollte es kein Problem mehr sein, das Auslandspraktikum in einem der Partnerstaaten erfolgreich zu absolvieren.
Damit wird die Verzahnung zwischen Schule und Arbeitswelt verstärkt.
Die gegenseitige Anerkennung der erworbenen Kompetenzen und des Auslandspraktikums erfolgt durch die Ausstellung eines standardisierten europäischen Zertifikats.
Die Zusammenarbeit und das gegenseitige Lernen der Partner stellen eine Brücke zwischen formeller und professioneller Bildung dar, optimieren die sprachlichen Kompetenzen in den Hauptsprachen der EU und werden die Integration der Jugendlichen in der europäischen Arbeitswelt langfristig verbessern.