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Das Gymnasium am Bötschenberg nahm erfolgreich am Euroscola-Wettbewerb 2017 teil und hatte die Ehre Deutschland gemeinsam mit einem Beruflichen Gymnasium aus Wildeshausen im Europäischen Parlament in Straßburg am 09.03.2017 zu vertreten. Die Auswahl des GaBös erfolgte durch das Programm der Botschafterschule des Europäischen Parlaments in Deutschland. Euroscola ist ein europäisches Programm, welches jungen Europäern die einzigartige Gelegenheit bietet, einen Einblick in die Komplexität der Arbeit der EU-Abgeordneten zu bekommen. Hinzu dürfen sie ihre eigenen    Problemlösungen nach dem EU-Motto: In Vielfalt geeint einbringen, um die Zukunft der EU mitzugestalten. Unsere Delegation umfasste zwölf Schüler und Schülerinnen der Oberstufe unter der Leitung von Frau Herlt, Politik- und Französischlehrerin am GaBö.

Die Vorbereitung für die sechs Themen: Umwelt und erneuerbare Energien, Sicherheit und Menschenrechte, Entwicklungshilfe, Die Zukunft Europas, Migration und Integration und Jugendbeschäftigung fand im PO-WI Unterricht statt. Die Schüler wurden in Zweiergruppen in sechs verschiedene Ausschüsse aufgeteilt. Nach wochenlanger intensiver Vorbereitung und Übersetzung in Englisch und Französisch unter der Leitung von Frau Herlt fuhren wir dann am 08.03.2017 mit der Bahn nach Straßburg.

Während der Fahrt hatten die einzelnen Gruppen, die Möglichkeit sich noch einmal intensiv über ihre Themen auszutauschen, die dann im Europäischen Parlament (EP) mit mehreren Schülerinnen und Schülern aus anderen Ländern diskutiert werden sollten. Nach einer ca. fünfstündigen Zugfahrt war das Ziel Kehl erreicht. Am Nachmittag hatten wir noch die Gelegenheit Straßburg zu besichtigen. Die entzückende Stadt mit ihren vielen kleinen Läden und auch die pompöse Kathedrale waren sehr beeindruckend. Am Abend trafen wir dann die andere deutsche Delegation aus Wildeshausen. Wir setzten uns mit ihnen in unseren Ausschüssen zusammen, um Informationen und Fachwissen auszutauschen, mit dem Ziel unser Land bestmöglich zu vertreten.

Am Donnerstag den 09.03.2017 war es dann soweit: Wir sind nach Straßburg ins EP gefahren. Angekommen, mussten wir durch eine strenge Sicherheitskontrolle und bekamen noch ein paar Informationen mitgeteilt, welche für die Organisation von Bedeutung waren. Alle Schulgruppen wurden nach und nach in einen großen Speisesaal gebracht, in dem ein typisches französisches Frühstück vorbereitet worden war. Nach der Stärkung wurden wir alle in verschiedener Reihenfolge in den Plenarsaal gebeten. Die EU-Beamten erklärten uns den Ablauf des Tages im Detail.

Nach einer kurzen Meinungsabstimmung über die EU, um sich mit der Abstimmungstechnik des Plenarsaals vertraut zu machen und um einen ersten Überblick über die Meinung der 672 anwesenden Jugendlichen aus den 28 Ländern der EU zu bekommen, folgte zunächst die offizielle Präsentation der Schulen. Jede Schule wählte einen Sprecher, der die ehrenvolle Aufgabe hatte, eine kurze Rede in einer Fremdsprache vorzutragen. Luca Duda übernahm diese Aufgabe und präsentierte souverän in Englisch unsere Schule und unsere Stadt. Darüber hinaus  stellte er die kommenden Herausforderungen Europas, sowie die Vision Europas der deutschen Delegation dar.

Anschließend bekamen wir die Möglichkeit Fragen an die französische Europaabgeordnete Nathalie Griesbeck zu stellen, die uns per Videokonferenz aus Brüssel zugeschaltet war.

Nach dem Mittagessen folgte der Quiz Eurogame. Hierbei mussten die Gruppen bestehend aus vier Schüler/-innen aus verschiedenen Ländern einen Fragebogen mit 14 Fragen über Europa in 14 Sprachen ausfüllen. So sollte die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Nationalitäten gefördert werden. Die besten vier Gruppen sollten am Ende des Tages zum Finale des Spiels Eurogame antreten.

Im nächsten Schritt verlief alles zügig und organisiert. Wir wurden in die jeweiligen Ausschüsse mit Schülern aus anderen EU-Ländern eingeteilt, um miteinander über das Thema zu diskutieren und gemeinsam Lösungsvorschläge zu finden. Neben hitzigen Diskussionen boten diese Arbeitsgruppen auch die Chance Leute aus anderen Ländern kennenzulernen, mit denen zu arbeiten und zu debattieren. Das Ziel war es einen Bericht zu verfassen, welcher am Ende im Plenum von zwei Sprechern vorgestellt wurde. In diesem Bericht sollte das Problem erläutert und Lösungsvorschläge dargestellt werden. Anschließend  wurde nach dem Mehrheitswahlsystem abgestimmt. Zudem konnten wir bei Klärungsbedarf Fragen an die Ausschusssprecher stellen. Für eine reibungslose Kommunikation sorgte eine Simultanübersetzung per Kopfhörer. Nur einer von sechs Berichten fand, wohl wegen der Brisanz des Themas Migration und dessen Komplexität, keine Zustimmung – alle anderen Berichte wurden von den „Jung-Abgeordneten“ angenommen.

Abschließend fand das Finale des Eurogames statt,  in dem die vier besten Teams auf ihr Allgemein- und Detailwissen über Europa getestet wurden. Das GaBö war gleich mit zwei Schülern: Alina Wuschek und Lüder Apel in der Finalrunde der besten 16 Schüler von insgesamt 672 Schüler vertreten. Am Ende einer spannenden Finalrunde gewann das Team mit Alina Wuschek, die zur Ehrung und als Andenken eine goldene Medaille für ihre Leistung bekam. „Das ist der Beweis, wie intensiv sich unsere Schüler mit der Thematik EU auseinandergesetzt hatten und wie sicher sie sich in den Fremdsprachen ausdrücken konnten“, resümierte Frau Herlt.

 

Gekrönt und gleichzeitig beendet wurde der Sitzungstag durch einen Einlauf der Delegationssprecher mit den Fahnen der EU-Mitgliedsländer, was einen schönen Abschlussrahmen bildete.

Dieses interessante und beeindruckende Erlebnis war eine prägende Erfahrung sowohl im politischen als auch im interkulturellen Sinne. „Die Möglichkeit, sich in die Rolle eines EU-Abgeordneten zu versetzen und dabei mit Jugendlichen aus der ganzen EU zu arbeiten, war eine völlig neue und einzigartige Chance“, so Alina Wuschek.

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