Was macht eine Stadt aus? Sind es die Gebäude, die Plätze oder die Menschen? Wie nehme ich den Raum, denn Innen- und auch Außenraum war? Was passiert mit alten Gebäuden? Welche Beziehung entsteht zwischen Individuum und Architektur?

Diesen und weiteren interessanten Fragen ging der Kunstkurs nach, als sie zusammen mit ihrer Kunstlehrerin den Kehrwiederturm in Hildesheim besuchten. Passend zum Semesterthema „Mensch und Stadt“ entdeckten sie neue Ansichten, Einblicke und Blickwinkel zu diesem Thema. Unter dem Titel der Ausstellung Die unsichtbare Stadt wurde u.a. gezeigt, was eine Stadt über die Ansammlung von Häusern und Straßen hinaus ausmacht; Dies können z.B. Klänge, Bräuche, Atmosphären, Geschichte und Geschichten sein.

Die Künstlergruppe Societät Hildesheim zeigte Einblicke in ihre „Profane Pilger Tour“, die sie durch die niedersächsische Provinz per Wohnmobil machte. Gespräche mit z.B. Bewohnerinnen, verschiedene Nachrichten per sms, Fotos, Zeichnungen, Karten, Videos und subjektive Eindrücke bildeten die Grundlagen der Ausstellung. Es entstand eine Geschichte von architektonischer Anlage und aktueller Nutzung, wobei diese zum Teil in einem absurden Verhältnis zueinander standen.

Andreas Bunte hinterfragte mit seiner Filminstallation „Welt vor der Schwelle“ die ideologische Beschaffenheit der religiösen Architektur in Deutschland nach dem Unheil des Zweiten Weltkrieges.

Diesen subjektiven Eindrücken und Darstellungen begegneten die Schülerinnen und Schüler in einem praktischen, performativen Experiment: Wie wird Raum u.a. wahrgenommen? Wie wird die Wahrnehmung durch Auge, Ohr, Tastsinn beeinflusst und gelenkt? Die eigenen Erfahrungen durften als „ästhetischer Erfahrungstext“ per sms an den „virtuellen Raum“, eine Person außerhalb des Kehrwiederturms, geschickt werden. Die Reaktionen darauf waren ebenfalls sehr spannend.

Es war eine sehr interessante, aufschlussreiche und „mal andere“ Kunstexkursion in einem sehr spannenden Kehrwiederturm, der sicherlich ganz viel „Stadt-Geschichte(n)“ in sich trägt.

Herzlichen Dank an den Kunstkurs, der sich ganz mutig auf diese „performative Kunstbegegnung“ eingelassen hat und an das tolle Kunstverein-Team, das uns mit ihren tollen und spannenden Ideen neue Blickwinkel aufgezeigt hat.

Fotos