Das Gymnasium am Bötschenberg ist seit vier Jahren Mitglied im Schulverbund „Blick über den Zaun“, einem Netzwerk von über 120 reformorientierten Schulen.

Organisiert ist der Schulverbund in Arbeitskreisen von je 8–10 Schulen. Das Ziel dieser Arbeitskreise ist es, die Schule als Einrichtung und speziell den Unterricht durch gegenseitige Besuche zu verbessern. Dazu besuchen sich Vertreter der einzelnen Schulen als „kritische Freunde“ zweimal pro Jahr bei so genannten „peer reviews“, d.h. jeweils zwei Vertreter aller Schulen besuchen eine Schule. Der Reihe nach werden so alle Schulen unter die Lupe genommen und erhalten Rückmeldungen darüber, wie sie ihre Schule verbessern können, aber auch über das, was bereits so gut ist, so dass die Besucher es gerne mit an ihre eigenen Schulen zurücknehmen.

Der Besuch des BÜZ-Arbeitskreises 14, in dem sich auch das Gymnasium am Bötschenberg befindet, fand im November 2015 in Helmstedt statt.
Grundlage der Arbeit ist ein gemeinsames pädagogisches Verständnis. Der Schulverbund hat deshalb auf der Basis eines Leitbilds Standards für eine gute Schule entworfen. Diese Standards sind der Ausgangspunkt für die Entwicklungsarbeit im Kollegium und die gemeinsame Basis bei den gegenseitigen Besuchen.

Einige der grundlegenden Überzeugungen des Schulverbunds sind:

  • Es geht in der Schule um einzelne Menschen, die Kinder und Jugendlichen. Die Schule ist für sie da und nicht umgekehrt. Wir müssen sie in ihrer Unterschiedlichkeit annehmen und die Schule von ihnen und ihren Bedürfnissen her denken.
  • Lernen ist eine Sache der ganzen Person. Erfahrungen und Erlebnisse gehören ebenso dazu wie Belehrung und systematisches Üben.
  • Werte müssen täglich gelebt werden, ebenso wie demokratisches Handeln. Das ist keine Sache einzelner Fächer, sondern eine Sache des gesamten Schullebens.
  • Gute Schulen entstehen nicht von selbst und kommen nicht von “oben”. Verantwortlich für eine Schule sind diejenigen, die sie gestalten.

Auch das Gymnasium am Bötschenberg hat sich durch die Mitgliedschaft im Schulverbund dazu verpflichtet, die Schule entsprechend dieser Grundsätze zu gestalten und weiterzuentwickeln.

Die Kolleginnen und Kollegen, die das „GaBö“ als „kritische Freunde“ begrüßen durfte, stammten aus dem gesamten Bundesgebiet und waren Vertreter ganz unterschiedlicher Schulformen (IGS, Montessori-Schule, Bodelschwingh-Schule, Schule in kirchlicher Trägerschaft, Campus).

In Gruppen zu zweit haben die Besucher in insgesamt 30 Unterrichtsstunden hospitiert, mit allen wichtigen Gruppen in der Schule gesprochen und viele Einzelgespräche geführt und damit sicherlich einen guten Einblick in den Alltag und die Arbeitsweise des Gymnasiums am Bötschenberg bekommen.

Das Feedback der Lehrerinnen und Lehrer aus den anderen Schulen war ausgesprochen positiv und gibt, wie von „kritischen Freunden“ nicht anders zu erwarten, wertvolle Impulse für eine Weiterentwicklung der Schule.

Bei allen Unterschieden in den Schulformen und bildungspolitischen Voraussetzungen in den verschiedenen Bundesländern sind sich die Teilnehmer von „Blick über den Zaun“ darin einig, dass neben dem kooperativen Lernen vor allem das selbstständige und eigenverantwortliche Handeln der Schüler gefördert werden sollte, so dass sie ihre Einzigartigkeit entwickeln können und Verantwortung für sich und für ihre Umgebung übernehmen.

Schulleitung und Kollegium waren sich darin einig, dass die Anregungen und Vorschläge der BÜZ-Besucher dazu beitragen werden, dass das Gymnasium am Bötschenberg ein noch besserer Ort des Lernens wird.