Am Dienstag, den 01. Oktober 2013, erbebte das Gymnasium am Bötschenberg und man konnte schon von weitem hören, dass da etwas im Gange war, das Rhythmus hatte.

Rund 100 Eltern, Schüler und Lehrer, die ein Percussion-Instrument in der Hand haben und die, ohne geübt zu haben, gemeinsam Musik machen. Geht nicht? – Geht doch! Jedenfalls bei einem Drum Circle unter der Leitung von Mathias Reuter aus Kassel. Ohne auch nur ein Wort zu sagen gibt er seine Anweisungen. Einmal Tempotaschentücher in die Luft gehalten und alle wissen, es soll schneller gehen. Arme hoch: lauter – Arme runter: leiser, alles kein Problem. Irgendwann waren alle so im Rhythmus versunken, dass sie ihre Alltagssorgen vergaßen und an nichts anderes mehr dachten als daran, dem Takt zu folgen.

„Wenn man eine Trommel in die Hand bekommt“, sagt Reuter, „dann hat man auch den Drang zu spielen.“ Stimmt. Und das klingt zunächst einmal chaotisch. Aber wenn er mit der Hand einen Rhythmus vorgibt, dann nehmen ihn auf einmal alle auf und wie durch Zauberhand entsteht auf einmal ein Groove, der alle mitreißt. Der eine oder andere beginnt sogar – wieder angeleitet durch Reuter – auf dem Klangteppich zu improvisieren. Die Gruppendynamik, die dabei entsteht, kann man wörtlich nehmen. Als sich Schulleiter Friedrich Jungenkrüger am Schluss in die Mitte der Trommler stellte, weil er dem Leiter des Drum Circle danken wollte, musste er nur noch die Hand heben und ein Trommelwirbel setzte an, der in einem Crescendo endete. So schön kann Schule sein!

 


 

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