Fit für Ausbildung

Unternehmen der Region Helmstedt stellen in Tests und Auswahlverfahren häufig deutliche Schwächen bei Ausbildungsplatzbewerberinnen und –bewerbern gerade in solchen Wissens- und Verhaltensbereichen fest, die für eine erfolgreiche Berufsausbildung von großer Bedeutung sind.

„Wir wollen uns nicht damit abfinden, sondern kräftig gegensteuern“ beschreibt Herr Dr. Thieme, Geschäftsführer der Sport-Thieme GmbH in Grasleben, das Anliegen des Arbeitskreises „Fit für Ausbildung“. An dieser Initiative von Unternehmen aus der Helmstedter Region unter der Leitung des 1. Vizepräsidenten der Industrie- und Handelskammer Braunschweig, Dr. Wolf-Michael Schmid, nimmt seit Ende 2004 auch das Gymnasium am Bötschenberg teil. In dieser Initiative treffen sich Vertreter aus Unternehmen, Schulen, IHK, Handwerkerschaft und der Agentur für Arbeit, um das Engagement der Lehrerinnen und Lehrer an Schulen des Landkreises zu unterstützen.

Aus diesem Grund erstellte die Industrie- und Handelskammer Braunschweig eine Broschüre unter der Fragestellung „Was sichert Schulabsolventen Chancen in der Wirtschaft?“

Die Chancen einen Ausbildungsplatz zu erhalten und eine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren, sind umso größer, je besser die Jugendlichen darauf vorbereitet sind. Folgende Basiskenntnisse und Grundfertigkeiten sowie Hinweise zum Sozialverhalten und persönliche Eigenschaften und Einstellungen, die für das Erlernen eines Berufs und für ein erfolgreiches Arbeitsleben unerlässlich sind, werden in der oben genannten Broschüre ausführlich erläutert:

Fachliche Kompetenzen:

  • Grundlegende Beherrschung der Deutschen Sprache in Wort und Schrift
  • Beherrschung einfacher Rechentechniken
  • Grundlegende naturwissenschaftliche Kenntnisse
  • Grundkenntnisse in Englisch oder einer anderen Fremdsprache
  • Grundkenntnisse im IT-Bereich
  • Grundkenntnisse wirtschaftlicher Zusammenhänge
  • Grundkenntnisse und Verständnis über unsere Kultur

Persönliche Kompetenzen:

  • Zuverlässigkeit
  • Lern- und Leistungsbereitschaft
  • Verantwortungsbereitschaft – Selbsständigkeit
  • Ausdauer – Durchhaltevermögen – Belastbarkeit
  • Kreativität und Flexibilität
  • Sorgfalt – Gewissenhaftigkeit
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Fähigkeit zur Kritik und Selbstkritik
  • Äußeres Erscheinungsbild

Soziale Kompetenzen:

  • Kooperationsbereitschaft – Teamfähigkeit
  • Höflichkeit – Freundlichkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Toleranz

Die Schule wird im Arbeitskreis „Fit für Ausbildung“ unterstützt:

  • Unterstützung bei Betriebs- und Praktikumstagen
  • Bewerbungstraining und Bewerbungsschreiben
  • Möglichkeiten für Betriebsbesichtigungen
  • Unterrichtsmaterialien für Wirtschaftsthemen
  • Praktikantenplätze

Grundsätzlich ist es der Schule wichtig, dass ein enger Kontakt zwischen Schulen und Unternehmen geknüpft wird, um Fachkompetenz aus der Wirtschaft in die Schule zu holen. Als fester Unternehmenspate hat sich das regionale Wirtschaftsunternehmen Sport-Thieme als Ansprechpartner aus der Wirtschaft bereit erklärt, um z. B. Kontakte zu anderen Unternehmen zu knüpfen, fachliche Inputs in Schulen zu geben bzw. zu vermitteln oder auch auf Fach- und Gesamtkonferenzen oder auf Elternabenden als Ansprechpartner der Wirtschaft zur Verfügung zu stehen.

Um auch die Eltern an dem Thema „Verbesserung der Ausbildungsreife jugendlicher Schulabgänger“ zu beteiligen, ist als Anlage ein Musterbrief beigefügt, den das Projekt „Fit für Ausbildung“ über die Klassenleitungen der Schule an jeweils alle Eltern der 7. und 11. Klassen verteilt. Das Anschreiben soll die Eltern für die bereits genannte Broschüre „Was sichert Schulabsolventen Chancen in der Wirtschaft?“ interessieren und ihnen die Gelegenheit geben, sich frühzeitig ein eigenes Bild von dem Anforderungsprofil der Wirtschaft an jugendliche Schulabgängerinnen und Schulabgänger zu machen.

Elternbrief "Fit für Ausbildung"

Arbeitskreis „Fit für Ausbildung“ Verbesserung der Ausbildungsreife jugendlicher Schulabgängerinnen und Schulabgänger im Landkreis Helmstedt

Sehr geehrte Eltern,

Unternehmen der Region stellen in Tests und Auswahlverfahren zum Teil deutliche Schwächen bei Bewerbern und Bewerberinnen bei den Fähigkeiten fest, die für eine erfolgreiche Berufsausbildung von großer Bedeutung sind.

Auf Seiten der Schüler und Eltern gibt es mitunter große Unsicherheiten, was denn während des 9 – 13-jährigen Besuchs der allgmeinbildenden Schulen gelernt und natürlich beherrscht werden sollte, um „Fit für Ausbildung“ zu sein, also um realistische Chancen bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz zu haben.

Im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Braunschweig werden weit über 100 verschiedenen Ausbildungsberufe mit IHK-Abschlussprüfung angeboten. Insgesamt gibt es zur Zeit mehr als 350 verschiedene Ausbildungsberufe. Die ausbildenden Betriebe und die Berufsschule vermitteln den Jugendlichen Kenntnisse und Fähigkeiten, die für eine erfolgreiche IHK-Berufsabschlussprüfung notwendig sind.

Um diese Aufgabe zu erfüllen, müssen Betriebe und Berufsschulen verlässlich auf ein gesichertes Fundament an Kenntnissen und Fertigkeiten aufbauen können, das von den Auszubildenden bereits beim Besuch der allgemeinbildenden Schulen erworben wurde.

Was erwartet die Wirtschaft ganz konkret?

Welche fachlichen, persönlichen und sozialen Kenntnisse und Fertigkeiten sollten Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen im Bereich der Basisqualifikationen sicher beherrschen, um sich für eine anschließende Berufsausbildung als gut vorbereitet zu präsentieren?
Die beiligende Informationsschrift „Was sichert Schulabsolventen Chancen in der Wirtschaft?“ zeigt ein Spektrum von Anforderungen auf, an denen sich Schülerinnen und Schüler orientieren können.

Bei der Lektüre werden Sie feststellen, dass keine unzumutbaren oder gar unüberwindlichen Hürden aufgebaut werden. Erwartet wird das, was als sinnvolle Voraussetzung für eine Berufsausbildung gleich welcher Art gelten kann.

Bitte nehmen Sie sich Zeit und lesen Sie diese Informationsschrift möglichst zusammen mit Ihrem Kind. Sprechen Sie mit Ihrem Kind, wo seine Fähigkeiten noch zu verbessern sind, um die verschiedenen Anforderungsprofile füllen zu können.

Suchen Sie auch das Gespräch mit den Klassen- und Fachlehrerinnen und –lehrern Ihres Kindes. Diese sind gern bereit, ggf. mit Ihnen gemeinsam zu überlegen, wie vorhandene Stärken des Kindes vertieft und erkannte Schwächen rechtzeitig behoben werden können.

Auf Inititative von Dr. Wolf-Michael Schmid (1. Vizepräsident der IHK Braunschweig) und Dr. Thieme (Sport-Thieme, Grasleben) wurde im Kreis Helmstedt von Schulen und Unternehmen mit Hilfe der Industrie- und Handelskammer der Arbeitskreis „Fit für Ausbildung“ gebildet. Der Elternbrief ist eine von vielen Ideen, die zur Verbesserung der Ausbildungsreife der Schulabgängerinnen und Schulabgänger beitragen sollen.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu dem Projekt haben, dann schicken Sie uns bitte unter dem Stichwort: „Fit für Ausbildung“ eine E-Mail an: bildung@bkb.de.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Dr. Wolf-Michael Schmid
Sprecher des Arbeitskreises „Fit für Ausbildung“

Planspiele

Wie sehr auch unsere Schülerinnen und Schüler mit wirtschaftsrelevanten Fragen und Denkweisen bekannt gemacht werden, sieht man an der regelmäßigen Teilnahme unserer Schülerinnen und Schüler im Kurs Wirtschaftslehre an dem sogenannten Wirtschaftsplanspiel „Management Information Game (MIG)“.

Der allgemeine Arbeitgeberverband Brauschweig e. V. veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) regelmäßig einmal im Jahr mit Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II dieses einwöchige Wirtschaftsplanspiel.

Die Teilnehmer/innen trainieren als Vorstände konkurrierender Aktiengesellschaften. Es geht darum, durch geschickte Planung, zielgerichtetes Entscheiden von Absatzzahlen, Vertriebswegen, Produktions- und Zukaufmengen, Ausbildungs- und Entwicklungsaufwendungen usw. bis hin zu Plan-, Erfolgsrechnung und Preiskalkulation als Unternehmen im Wettbewerb auf unterschiedlichen Märkten zu bestehen. Fachleute aus Wirtschaftsunternehmen lassen dabei ihre Praxiserfahrungen zu Themen wie Unternehmensziele, Personalwesen, Marketing usw. in das Planspiel einfließen.

Berufsprofiling

Schüler machen Ausflug in berufliche Zukunft ?
Institut für Berufsprofiling ermittelt berufliche Begabungen

(Artikel aus der Zeitschrift IHK Wirtschaft, Seite 42 ff.)

Die Berufswahl ist eine der wichtigsten Lebensentscheidungen in der Schulzeit. Am Gymnasium am Bötschenberg in Helmstedt hatten 100 Schüler der 11. Klassen die Möglichkeit, vom 10. bis 13. Juli an einem Eignungstest zur Berufsfindung teilzuneh­men. Durchgeführt wurde das Projekt vom Institut für Berufsprofiling aus Stuttgart.

Schüler, die wissen was sie wollen, sind leistungsstärker?, diese einfache, aber weitrei­chende Erkenntnis ist die Motivation für Manfred Gundlach, Studiendirektor im Gymna­sium am Bötschenberg, sich in einem innovativen Projekt für seine Schüler zu engagie­ren. ?Damit ein Schüler weiß, was er will, muss er die Möglichkeiten auf dem Arbeits­markt kennen und die eigenen Fähigkeiten einschätzen können?, erläutert Gundlach. Den wenigsten Schülern ist bekannt, dass es zum Beispiel hunderte verschiedene Aus­bildungsberufe gibt. Aber auch die Einschätzung der Fähigkeiten durch Lehrer und Gespräche mit den Eltern ist für viele Jugendliche nicht ausreichend.

Angesichts des permanenten Wandels vieler Berufsbilder können selbst Experten in der Berufsberatung den Überblick kaum mehr behalten?, erläutern Andreas Frintrup vom Institut für Berufsprofiling. Das Institut hat deshalb unter Leitung des führenden Experten für Personalpsychologie, Prof. Dr. Heinz Schuler, wissenschaftlich fundierte Eignungstests entwickelt.

Die Diagnose umfasst eine detaillierte Messung von berufsrelevanten Fähigkeiten, Eigenschaften, Einstellungen und Wissen. Diese Informationen werden mit dem Inte­ressenprofil der Schüler kombiniert und mit den beruflichen Anforderungen von Ausbil­dungsberufen abgeglichen. Dieses Vorgehen ist weltweit einmalig, der dahinterliegende mathematische Matchingalgorithmus eine deutsche Erfindung.

Alle Teilnehmer erhalten einen umfassenden persönlichen Bericht, der nachhaltig bei der Entscheidung zwischen beruflichen Alternativen hilft. Zusätzlich erhält jeder Teil­nehmer auch ein Eignungsprofil, das den eigenen Bewerbungen beigefügt werden kann und so den Personalverantwortlichen die Vorauswahl der Bewerber erleichtert. Mit die­sem Azubi-Profil können Bewerber also zeigen, was wirklich in ihnen steckt und aus Schulnoten nicht abgelesen werden kann.

Wir wollen den Schülern zeigen, dass es Lehrstellen gibt, bei denen sie mit ihren ganz spezifischen Fähigkeiten und Möglichkeiten gute Chancen haben, erläutert Andreas Frintrup, der selbst ursprünglich aus der Region stammt und den die beruflichen Wege nach Stuttgart geführt haben. Um die individuellen Chancen auf dem Lehrstellenmarkt zu nutzen, ist eine individuelle Analyse der Stärken und Schwächen entscheidend. Auf diese neue Art der Berufsorientierung ist der Vater einer Schülerin aufmerksam gewor­den, der bei VW arbeitet. Bei VW begleitet die Muttergesellschaft des Instituts für Berufsprofiling, die HR Diagnostics AG, unter anderem die Auswahl der Auszubilden­den.

Für uns ist der Kontakt zur Wirtschaft und der Blick auf die hier gestellten Anforderun­gen sehr wichtig, unterstreicht Manfred Gundlach die Bedeutung des Projekts und freut sich, dass das Institut nicht gezögert hat, das Analyseverfahren mit den Schülern am Bötschenberg durchzuführen. Gegenwärtig sucht das Institut für Berufsprofiling noch einen lokalen Partner im Raum Braunschweig/Helmstedt/Wolfsburg, damit diese Bera­tungsleistung künftig dauerhaft und flächendeckend angeboten werden kann. Interes­sierte Unternehmen finden weitere Informationen unter www.berufsprofiling.de Schüler, Eltern und Lehrer können sich unter www.azubi-profil.de informieren.

Das 2006 gegründete Institut für Berufsprofiling ist eine Marke der HR Diagnostics AG. Im Vordergrund steht die Realisierung von Auswahlprozessen auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse der Personalpsychologie, der Leistungsforschung und -förderung und der Berufseignungsdiagnostik.

Prof. Dr. Schuler ist sowohl wissenschaftlicher Leiter der S&F Personalpsychologie Managementberatung GmbH als auch der Tochtergesellschaft HR Diagnostics AG und gehört zu den führenden Personalpsychologen weltweit.