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AG “Politisches Theater” erhält Auszeichnung der Stadt Helmstedt

Am 12. Juni lud der Helmstedter Bürgermeister Wittich Schobert im Namen der Stadt Helmstedt in den Ratssaal ein, um junge Künstler der Stadt Helmstedt auszuzeichnen. Die Arbeitsgemeinschaft “Politisches Theater” unseres Gymnasiums erhielt in feierlichem Rahmen neben anderen Künstlergruppen diese Auszeichnung. Die AG, die im Jahr 2012 aus dem Debattierklub hervorging, hat sich in den vergangenen Jahren mit kabarettistischen Werken und größeren Theaterprojekten einen Namen in und um Helmstedt machen können. Die Produktionen “Le Damp Sau” und “Mädchen?Mädchen!” erreichten ein breites Publikum.

Der Bürgermeister hob besonders hervor, dass die Gruppe eigenständige Texte entwirft, die zu aktuellen und drängenden politischen Themen Stellung beziehen. Gerade in der heutigen Zeit sei es von dringlicher Notwendigkeit, dass Jugendliche sich mit politischen Fragestellungen auseinandersetzten. Der künstlerische Ansatz der Jugendlichen vom Gaboe sei dabei besonders zu würdigen.
Zusammen mit dem AG-Leiter Herrn Perner nahmen die Schülerinnen und Schüler den Preis sichtlich stolz entgegen und versprachen dem Bürgermeister, weiter mit großem Engagement in der AG mitzuarbeiten.

“Ich bin so froh, dass ich ein Mädchen bin…”

Die AG “Politisches Theater” feiert mit “Mädchen?Mädchen!” Premiere im Brunnentheater

Es sind diese Zeilen des alten Lucilectric-Songs, die den Zuschauern im zweiten Akt des Schauspiels von den Darstellerinnen entgegengesungen, nein, geschrien werden. Wenige Augenblicke zuvor hatten diese noch allzu gängige Frauchen-Witze zitiert, die zunächst noch für einige Lacher, dann aber für betretenes Schweigen sorgten. Das ist das Spannungsfeld, das im Stück “Mädchen?Mädchen!” von den Darstellerinnen und Darstellern der AG “Politisches Theater” mutig freigelegt wird: Wo stehen junge Frauen im 21. Jahrhundert eigentlich? Sind es die Püppchen-Vorlagen aus den bekannten Youtube- und TV-Formaten oder doch die taffen Alleskönnerinnen, die locker Aussehen, Karriere, Selbstbewusstsein und Intellekt vereinen? Dass es gerade für Mädchen heute besonders schwer ist, sich zu finden und zu mögen, wurde allen Zuschauern in den sehr unterhaltsamen 90 Theaterminuten deutlich.

Martin, ein Zyniker und selbst ernannter Frauenversteher, lädt neun Models zu einem Casting ein. Schnell stellt sich heraus, dass er nicht irgendeine austauschbare Miss küren wird, sondern die jungen Frauen vor eine schwierige Aufgabe stellt: Sie sollen anhand literarischer Vorbilder wie Emilia Galotti, Gretchen, Luise Miller und Salomé erkennen, was starke Frauen jenseits der Lauftsteg-Pose ausmacht. Wer scheitert, stirbt. So versuchen sich die Mädchen an den alten Texten, lassen Haltung und Attitüde der Dramenfiguren wirken. Doch das perfide Spiel gerät außer Kontrolle – zu stark mischen Liebe, Eifersucht und Melancholie im Geschehen mit. Am Ende bleibt keine Antwort, sondern nur der dringliche Appell, die jungen Frauen einfach mal in Ruhe zu lassen und ihnen nicht fortwährend vorzuschreiben, wie sie zu sein haben.

Der starke Auftritt der Darsteller wurde unterstützt durch die Musiker Constantin Kopp und Erik Quost, die eigens für das Schaupiel Songs komponierten, die die jeweiligen Szenen untermalten. Clarissa Rieger begeisterte mit einem fantastischen Gesangsvortrag des Goethe-Gedichtes “König von Thule”. Auch die Bühnentechnik wurde von Gabö-Schülern unterstützt…

Als der Vorhang fiel, honorierten die gut 500 Zuschauer im Brunnentheater die fantastische Leistung aller Akteure mit minutenlangem Applaus, denn es war gelungen, ein politisches Anliegen auf besonders beeindruckende Weise zu präsentieren. Nach der Uraufführung des selbst verfassten Stückes sollen nun weitere Aufführungen folgen…

 

 

 

Fotos

 

Presseartikel

 

Das GaBö gestaltet Bürgerfest zum 25-jährigen Jubiläum des Mauerfalls mit

Am Sonntag, 09.11.14 trugen Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 11 und 12 in der Marktpassage mit zum Gelingen des Bürgerfestes bei.

LE DAMP SAU – Das selbstverfasste Theaterstück der AG Politisches Theater Gabö bildete den Mittelpunkt im Programm unseres Gymnasiums bei den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Mauerfalljubiläum. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich in ihrer Inszenierung sowohl mit dem Mauerbau und dem Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze als auch mit den Grenzen unserer heutigen Freiheit auseinander. Am Ende richtet das Stück den Blick auf die Mauern, die uns heute umgeben. Dennoch bleibt in “LE DAMP SAU” ein banaler Vergleich aus. Vielmehr geht es um Fragen, die wir uns 25 Jahre nach dem glücklichen Ende des Kalten Krieges stellen sollten. Und so stellen die Darsteller schon zu Beginn des Stückes fest: “Ein Spiel. Vielleicht Metapher, sicher ehrlich, aber ein Spiel.”

Das Stück wird in diesem Schuljahr noch auf dem Bunten Abend und bei der Schultheaterwoche in Braunschweig präsentiert.

Le Damp Sau

Teilnehmende des Religionskurses hatten sich unter der Leitung von Frau Jabs mit der Frage beschäftigt, was passiert, wenn Mauern fallen!? Dabei kristallisierten sich u.a. folgende Themenbereiche heraus, zu denen die Jugendlichen kreativ wurden:

• Schutz – schutzlos
• Freiheit? Ja! Nein!

Eine Schülerin drückte mit drei „Elfchen“ – einer Gedichtform, die vorschreibt, das das Gedicht aus nicht mehr als elf Worten besteht und somit gewährleistet, dass man sich auf das Wesentliche konzentriert – aus, was geschieht, wenn Mauern fallen.

SCHUTZ
BRAUCHEN WIR
SIND DOCH ALLE SCHUTZLOS!
SPERREN UNS ALLE EIN
ANGST

SCHUTZLOS
ALLEINE? ANGREIFBAR?
BRAUCHEN WIR SCHUTZ?
WIR WOLLEN FREI SEIN
UNABHÄNGIG

HOFFNUNG
MAUERN FALLEN
WIR GEHÖREN ZUSAMMEN
WIR ALLE KÄMPFEN ZUSAMMEN
FREIHEIT

Eine Gruppe von sieben Schülerinnen und Schülern entwarf eine Stimmenskulptur – ein fast eingefrorenes Bild, denn gesprochen wird von den Darstellenden. Die Skulptur zeigte einen jungen Mann, der sich durch die Mauer auf in die Freiheit machen will. Hier hält man ihn zurück, dort lockt man ihn mit den Werten Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Ob er es letztendlich schafft, bleibt offen.

Ebenfalls zur Überschrift “Schutz – schutzlos” verfasste Mara Lina Kesting den nachfolgenden Poetry Slam und leitete damit die Beiträge des GaBö zum Mauerfall-Jubiläum ein.

Der Prozess des Vergessens

Schutz – Vor dem Fremden, hart
in so verschiedener Art
ein Gut aber auch Plage

Plage – man verbirgt und erwirkt ein
ein Vergessen, Verdrängen
des Verschlossenem, dem Verdrossenen
dem Vergessenen

Vergessen – davon sind wir besessen,
will dem entgehen, was würde entstehen?
Wäre der Schutz dann davon?

Kampf – durch Neugier angefacht ,
durch Denker angedacht
von Gegnern angefacht

Sturz – der Mauer, der Gegner
Und doch hast du Angst
und bangst vor dem, was verborgen war

Das Vergorgene hat Furcht gemacht,
den menschen Angst gebracht in Land und Länder.

Und dann sagt dir jemand:
“Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!”