Vorwort: Sport ist Mord?
Massive Kürzungen im Gesundheitswesen. Frühere Aktivitäten am Gymnasium am Bötschenberg, zum Beispiel in Kooperation mit der AOK, die regelmäßig im 11. Jahrgang unter dem Motto “Sport und Ernährung” durchgeführt wurden“, können nicht mehr angeboten werden.
Der Sportunterricht wird nicht mehr dreistündig, sondern nur noch zweistündig erteilt, wenn er denn stattfindet.
Weitere Konsequenz kann dann doch nur sein, den Schülerinnen und Schülern die völlige Abwahl der Sportkurse zuzubilligen. Manche Schülerinnen und Schüler sind den Lehrerinnen und Lehrern in diesem liberalen Denken schon voraus und planen selbst, wann und ob sie zum Unterricht erscheinen. Ließe man die Schülerinnen und Schüler allein entscheiden, welche bisher ungeahnten Einsparmöglichkeiten böten sich hier?
Anstelle von teuren Ausstattungen in den Turnhallen könnten neue Pausenhallen entstehen, Turngeräte könnten funktionell eingesetzt werden (z.B. Turnbänke als Ruhebänke, Geld für Bälle könnte für die Anschaffung von Kaffeemaschinen sinnvoll genutzt werden).
Dann kann auch das häufige Argument “Sport ist Mord“, das uns Sport-Enthusiasten gern entgegengehalten wird, nicht mehr treffen, da sich die Sorgen um mögliche Sportverletzungen von selbst erledigen, weil sich niemand verletzen kann, der sich nicht bewegt.
Sieht so also die Zukunft des Sports aus? Wo bleiben da die erzieherischen, gesundheitlichen und sozialen Aufgaben des Sports? Muss nicht doch der plakative Titel eines kritischen Aufsatzes des Sportpädagogen Dieckerts Anfang der sechziger Jahre endlich in die Tat umgesetzt werden, der auffordert: “Zersägt die Barrenholme“?
Nein, das kann es wirklich nicht sein, denn der Freizeitsport boomt, der längst kein Freizeit-, sondern Pflichtsport geworden ist, weil er den Sportwilligen schon jetzt dazu verpflichtet, etwas auszugleichen, was bei vernünftiger oder sportlicher Lebensweise (dazu müssen aber auch die äußeren Bedingungen vorhanden sein) nicht hätte ausgeglichen werden müssen.
Hier ist aber nicht der Ort, nach den Ursachen oder den eventuell eigengesetzlichen historischen Wandlungen zu fragen und sie zu analysieren. Stattdessen stellen wir hier Sportarten vor, die den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums am Bötschenberg die Möglichkeit geben, die Bedeutung sportlicher Aktivitäten als Möglichkeiten der Lebensgestaltung erkennen und auch unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte entwickeln. Sensibilität für den eigenen Körper entwickeln und Einstellungen und Gewohnheiten ausbilden, die körperliche Leistungsfähigkeit, Gesundheit und as Wohlbefinden fördern, soziale Verhaltensweisen im Sport wie Rücksichtnahme, Kooperation sowie Bereitschaft zum Helfen und zur Annahme von Hilfe als zentrale Prinzipien sportlichen Miteinanders erkennen, sich aneignen, das eigene Handeln auf das Handeln anderer abstimmen und andere bewegen, dies auch zu tun,Verantwortlichkeiten erkennen und Verantwortung übernehmen : (Niedersächsischer Kultusminister (Hrsg.): Rahmenrichtlinien für das Gymnasium, Sport, Hannover 1997).
An dieser Stelle möchte sich die Sportfachgruppe noch einmal nachdrücklich bei all denen bedanken, denen die antike Weisheit “Mens sana in corpore sano“ noch wichtig ist und die das Sporttreiben am GaBö nachdrücklich unterstützen.
Ausbildungen zum Sportassistenten am GaBö
Die Schule…
- kann dadurch vermehrt Aktivitäten und Bewegung in der Schule anbieten
- fördert die Partizipation von Schülerinnen und Schülern
- gibt sich ein bewegungs- und sportfreundliches Profil
- erhält Unterstützung für die Gestaltung in der Ganztagsschulbetreuung
Die Sportvereine…
- können Schülerinnen und Schülern den Zugang zum Sportverein aufzeigen
- können die Zusammenarbeit Schule und Verein stärken
- können die ausgebildeten Jugendlichen in die Vereinsarbeit vor Ort einbeziehen
Mögliche Tätigkeitsfelder von Schulsportassistentinnen und -assistenten…
- Pausengestaltung (z. B. Verleih von Geräten, Spielangebote, offene Sporthalle)
- Veranstaltungen (z. B. Spielfest, Schulolympiade, bewegtes Schulfest)
- Arbeitsgemeinschaften
- Schaffung von neuen Bewegungsräumen (z. B. Pausenhofgestaltung)
- Projektwochen
- Bewegungsangebote bei Ausflügen und Klassenfahrten
- Vertretung von Sport- und Bewegungsinteressen der Schülerinnen und Schüler
Die Ausbildung ist auf helfende Tätigkeiten ausgerichtet. Eine Unterstützung seitens der Schule und eine verantwortliche Ansprechperson (z. B. Sport- oder Klassenlehrerin bzw. -lehrer) sind für die Durchführung von Aktivitäten in der Schule erforderlich. Die Verantwortung von Schulleitung und Lehrkräften für die Angebote bleibt unberührt.
Die Ausbildung…
… umfasst 32 Lerneinheiten, die innerhalb einer Schulwoche in der Sport- und Bildungsstätte in Clausthal-Zellerfeld durchgeführt werden.Es ist keine Vereinsmitgliedschaft erforderlich. Themen der Ausbildung sind:
- Sportpraxis
- Praxisprojekte / Tätigkeitsfelder für Schulsportassis
- Betreuung von Kindern und Jugendlichen
- Schule und Sportverein / Sportverband
Kleine Spiele, Aufbau einer Übungsstunde, Sicherheit im Sport, Praxisbeispiele für Jugendliche und Kinder.
Ideen für Projekte in der Schule und / oder im Verein, Projektarbeit, Arbeiten im Team, Erproben ausgewählter Ideen in der Praxis. Die Durchführung von Praxisprojekten ist ein zentraler Bestandteil der Ausbildung. Die Praxisprojekte können auf die Möglichkeiten in den jeweiligen Schulen bezogen werden. Bei entsprechender Begleitung durch Lehrkräfte in den Schulen, ist eine Weiterführung über den Zeitraum der Ausbildung hinaus wünschenswert.
Rollenwechsel Teilnehmende – Assistentin / Assistent, Erkennen von Problemsituationen in Kinder- und Jugendgruppen, Hilfestellungen bei Konflikten im Umgang mit Kindern, Lehrkräften und Eltern.
Möglichkeiten der Mitwirkung im außerunterrichtlichen Schulsport, Vereinsangebote und Möglichkeiten sich im Sportverein einzubringen, Ansprechpersonen und Angebote in Schule, Verein und Verband, Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten im Sport.
Sportabzeichen
Nachdem die jetzige Klasse 7b bei einem Wettbewerb des ZDF`s im Jahr 2007 zur sportlichsten Klasse Deutschlands gekürt wurde, erreichte die Schule einen hervorragenden 2. Platz im Sportabzeichenwettbewerb in Niedersachsen.
Bei der Ehrungsveranstaltung, die vom Niedersächsischen Kultusministerium in Kooperation mit dem Landessportbund Niedersachsen und der Barmer Ersatzkasse landesweit ausgerichtet wurde, würdigte Frau Westermann-Krieg als Vertreterin des Kultusministeriums die hervorragenden Leistungen der ausgezeichneten Schulen. “Niedersachsen liegt in diesem Schulwettbewerb bundesweit an der Spitze!”, so Frau Westermann-Krieg. Umso mehr kann sich das GaBö über den erreichten 2. Platz freuen.
Im Jahr 2008 verpasste unsere Schule nur ganz knapp den Vorjahresplatz und belegte den 3. Platz in Niedersachsen.
Sportfreundliche Schule
Dazu sind folgende Maßnahmen angedacht:
- Ausbildung von Schulsportassistentinnen und Schulsportassistenten
- Weitere Informationen auch unter http://www.sportjugend-nds.de/.
- Fort- und Weiterbildung
- Bewegter Kindergarten
- Aktionsprogramm für die Zusammenarbeit von Schule und Sportvereinen in Niedersachsen
- Aktionstag “Bewegte Kinder – Schlaue Köpfe”
- Broschüre: Das chronisch kranke Kind im Sport in Schule und Verein
- Sportfreundliche Schule
- Pierre de Coubertin – Schulpreis
- Netzwerkarbeit
Infos unter http://www.nibis.ni.schule.de/.
Infos unter http://www.bewegteschule.de/.
Broschüre kann bestellt werden unter: http://www.mk.niedersachsen.de/
Da das Gymnasium am Bötschenberg nahezu alle oben stehenden Module erfüllt und einen Schwerpunkt im Schulprogramm mit vielfältigen Angeboten für Bewegung, Sport und Fitness ausweist, wird die Schule offiziell am 15.04.2008 als sportfreundliche Schule zertifiziert.
Landesleistungsstützpunkt Leichtathletik


Während einer Feierstunde am 28.01.2008 übergab der leitende Landestrainer des Niedersächsischen Leichtathletikverbandes (NLV), Herr Edgar Eisenkolb, dem Schulleiter die Zertifizierung “Landesleistungsstützpunkt Leichtathletik”.
Stützpunktarbeit am GaBö beinhaltet unter anderem:
- Unterstützung der Projektarbeit durch den NLV
- Weiterbildungsmaßnahmen für die Sportlehrkräfte im Bereich der Leichtathletik
- Stützpunktförderung im Rahmen der Richtlinien des NLV und LSB
- Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein
- Begabtenerkennung und Begabtenförderung
Sowohl Frau Westermann-Krieg, als Stellvertreterin des Kultusministeriums, als auch die Vizepräsidentin des Landessportbundes Niedersachsen, Frau Dr. Sander, würdigten die Vielfalt, das Engagement sowie die außergewöhnlichen Leistungen der Schule.
Die Schülerband, die Flying GaBös und die Präsentation GaBö athletics rundeten das Rahmenprogramm ab.
